Mobility / Visits
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| 4.1.5. | Meeting V Rovaniemi | ||
| 4.1.6 | Meeting VI Hamburg | ||
| 4.2. | Individual Visits | 4.2.1. | Asta and Rima visit to Rzeszow |
| 4.2.2. | Rima visit to Reykjavik | ||
| 4.2.3. | Sabine visit to Rzeszow | ||
| 4.3. | Courses And Conferences | 4.3.1. | Sequals Course |
| 4.3.2. | Synevanet conference in Hall 2005 (PPT) | ||
| 4.3.3. | Synevanet conference in Talinn 2006 | ||
| 4.3.5. | Action Research (PPT) |
Sabine's visit to
Rzeszow
Reise von Sabine Ott zur Polnischen Partnerschule im Mai 2004
im Rahmen der Peer-Evaluation
Beschreibung meiner Tätigkeiten, Beobachtungen (&Vergleiche)
Vorinformation: Dieser Bericht gibt meine persönlichen Eindrücke wieder.
Ich habe während meines Besuches einen Einblick in den Unterricht bekommen, indem ich in der Polnischen Partnerschule in sechs Unterrichtsstunden hospitiert habe (drei Englisch-Stunden, zwei Deutsch-Stunden und eine Biologie-Stunde).
Ich habe Erfahrungen gesammelt mit aktivierenden Unterrichtsmethoden, die ich in zwei von mir gehaltenen Deutschstunden ausprobiert und damit auch den zwei hospitierenden Deutschlehrerinnen demonstriert habe.
Ich habe Einblick in die Schulgeschichte, die Schulaktivitäten, die schulischen Räumlichkeiten und die Gastfreundschaft erhalten, u.a. durch eine von drei Schülern geleitete Führung durch das Schulgebäude, in den vielen Pausen im Lehrerzimmer, zwei Gespräche mit der Schwester Oberin (= Schulleiterin), auf der Stadtführung von dem Geschichtslehrer und im Kontakt mit den Lehrerinnen des SEFES-Projektes u.z.T. deren Familien.
Im Vergleich zu dem mir bekannten Unterrichtsstrukturen und bedingungen sind mir mehrere Dinge aufgefallen:
Allgemeines zur Schule & Unterricht(srahmenbedingungen):
- Schulart
Die Schule wurde im Jahre 1997 neu eröffnet.
Es ist eine Sekundarschule. Die ersten drei Jahre werden als Gymnasion bezeichnet, die letzten drei Jahre als Lyceum. Bis vor kurzem gingen die Schüler noch vier Jahre zum Lyceum. Die Verkürzung erscheint der Schwester Oberin ungünstig.
Die Schüler können nach dem Gymnasion an eine andere Schule wechseln. Dadurch sind die Klasse im Lyceum immer wieder neu zusammengesetzt mit SchülerInnen aus verschiedenen Schulen was die Arbeit erschwert (unterschiedliche Niveaus). Die Konkurrenz unter den Schulen in Rzeszow ist groß.
- Schulgebäude
Das Schulgebäude hat einen alten und einen neuen Trakt, wobei die meisten von mir besichtigten Unterrichtsräume sich in dem alten Trakt befinden. In dem neuen Trakt, der sehr hell, freundlich und modern gestaltet ist, befinden sich u.a. eine große Sporthalle mit Empore, der Raum zur Andacht und ein großer Raum, in dem u.a. schriftliche Prüfungen abgenommen werden sowie die privaten Räume für die ca. fünf Schwestern, die hier arbeiten und leben.
An vielen Flurwänden befinden sich Rahmen, in denen Höhepunkte des Schullebens ausgestellt sind: Schüleraustausch mit Fürstenzell, der Besuch beim Papst, die Fotos aller Absolventen des Lyceums (=Abiturienten), da bis jetzt erst zwei Jahrgänge verabschiedet wurden, u.a.m.
- Stundenrhythmus
Praktischer Weise liegt das Lehrerzimmer im ersten Stock (es gibt Klassenräumen vom Keller bis zum dritten Stock). Nach jeder 45-Minuten-Stunde (üblicher Takt für alle Stunden) eine Pause. Die Pausen sind unterschiedlich lang. Der Unterricht beginnt um 08.00 Uhr und endet für die meisten um 14, für einige um 15 Uhr.
- Unterrichtsräume
Die meisten Unterrichtsräume liegen zu einer lauten Straße hin, trotzdem waren in den meisten Unterrichtsstunden die Fenster geöffnet. (Eine besonders ungünstige Akustik herrscht im modernisierten Kellergewölberaum, in dem es hallt.)
Die meisten LehrerInnen besitzen einen eigenen Unterrichtsraum. Da jeder LehrerIn nur ein Fach unterrichtet, sind an den Wänden dann auch dem Fach entsprechende Plakate, die entweder vom Lehrer/von der Lehrerin mit allgemeinen Inhalten ausgewählt wurden oder die Schüler zu bestimmten Themen gestaltet hatten (aus verschiedenen Klassen und Jahrgängen und zu verschiedenen Themen). Meist befand sich darin auch ein mittelgroßer Schrank mit Materialien zur Unterrichtsvorbereitung, d.h. z.B. Grammatikbücher).
(Medien siehe auch: Mediale Ausstattung)
- Lehrerzimmer
Das Lehrerzimmer enthält an der einen Seite für jeden Lehrer ein kleines Schließfach. Auf der anderen Seite befindet sich eine Spüle mit Geschirr, Tee- und Kaffee-Kochmöglichkeiten, in der hintersten Ecke (von der Tür aus) der Kopierer, ganz vorne ein Computer mit I-Net-Anschluss und Drucker (der aber nicht immer zum Ausdruck bereit ist). In der Mitte sind mehrere Tische zu einen einzigen, lang gezogenen Tisch zusammengestellt, um den sich die LehrerInnen setzen. Der Raum ist zu klein für alle LehrerInnen, aber einige haben auch Pausenaufsichten und sind somit nicht da.
- Mediale Ausstattung
Die meisten Unterrichtsräume hatten eine an der Wand befestigte (nicht verschiebbare) Tafel. Ein Raum hatte stattdessen eine kleinere Whiteboard.
Ich sah nur in einem der von mir besuchten Räume einen OHP/AP. Ich habe kein Fernseh-&Video-Gerät gesehen.
Alle SprachlehrerInnen hatten ihren persönlichen Kassettenrecorder, der auch in vier der fünf von mir besuchten Unterrichtsstunden bei unterschiedlichen Lehrerinnen und Klassen eingesetzt wurde. (Eine Lehrerin erzählte mir, dass sie ihren bei einem Wettbewerb, wo ihre Schüler ein deutsches Theaterstück aufgeführt hatten, gewonnen hat und so ging es den meisten Lehrern.)
Metaplanwände habe ich keine gesehen.
Die Schüler scheinen in jedem Fach ihre eigenen Bücher zu haben. Sie werden z.T. dazu aufgefordert bestimmte Worte oder Sätze zu markieren. In den Sprachunterrichten besitzen sie z.T. zudem eigene, passende Übungshefte.
Es gibt einen Kopierer, der allen LehrerInnen frei im Lehrerzimmer - zur Verfügung steht. In den meisten der von mir besuchten Unterrichtsstunden wurden auch Kopien eingesetzt.
Ich habe keine Sammlungsräume für die Naturwissenschaften gesehen. Eine Lehrerin sagte mir, dass es einen Schrank mit einigen Chemikalien und kleinen Geräten gibt, aber keine größeren Apparaturen oder Abzüge oder ähnliches. Die naturwissenschaftlichen Räume unterschieden sich von ihrer allgemeinen Ausstattung nicht von den anderen Räumen (im Chemieraum hing ein großes PSE an der Frontseite).
- Tischanordnung
Die Tischordnung ist oft lehrerzentriert, auch in Klassen, bei denen der Raum für eine U-Form ausreichen würde, stehen die Tische meist in Reihen. Allerdings hat (fast) jeder LehrerIn seine/ihren eigenen Klassenraum, so dass dort immer auch unterschiedlich große Klassen im Verlauf eines Tages unterrichtet werden.
In den Räumen, in denen die Tische U-förmig angeordnet waren, befanden sich zwei Tische zu einem zusammengestellt in dessen Mitte und daran saßen dann auch Schüler im Zentrum (, die in der einen Klasse auch noch das Unterrichtsgespräch dominierten).
- Schülertische
Auf den Tischen lagen bei den Schülern nie andere Materialien als für den Unterricht (keine Kleidungsstücke, kein Essen oder Trinken Verboten!, keine Zeitschriften, keine Handys...), wobei die Schüler manchmal auch Material für andere Unterrichtsstunden auf dem Tisch zu haben schienen. Die Tische sind deutlich schmaler als an unserer Schule. In vielen Unterrichtsstunden wird mit einem Buch gearbeitet und Notizen in ihren festen Schreibbüchern gemacht, so dass der Platz (dann noch mit ihrer Federtasche) auch fast „aufgebraucht“ ist.
Alle Schülertische sind nicht bemalt. Wenn einige Schüler während der Stunden etwas anderes taten als ausschließlich ruhig sitzend dem Unterricht zu folgen, dann malten oder schrieben sie auf Papier oder bewegten Stifte (alles nicht so häufig beobachtet).
- Klassengröße
In mehreren Fächer sind die Klassen relativ groß (über 30 Schüler), werden aber für die Sprachen und Naturwissenschaften i.d.R. geteilt und sind zum Teil über Klassengrenzen hinweg neu zusammengestellt- wie bei uns auch (die Zusammenstellung über Klassengrenzen hinweg).
- Klassenbücher
Jede Klasse besitzt ein Klassenbuch. Da die Klassen zum Teil geteilt sind wurde innerhalb der Stunde in der Regel irgendwann das bzw. die Klassenbücher reingereicht, der L notierte etwas und ließ es wieder wegbringen.
Auf meine Nachfrage hin meinten die Lehrerinnen, dass sie dies überhaupt nicht stören würde.
- Uniform
Die Schüler tragen eine Uniform, die aus einem blau-weißen Oberteil besteht, welches sie in der Schule anziehen und aufbewahren. Entgegen meinen Vorstellungen behalten sie trotzdem sehr stark ihre Individualität. Ich würde allerdings gleiche Uniformen für Mädchen und Jungen bevorzugen. Zudem frage ich mich, warum nicht auch LehrerInnen diese Uniform tragen.
- Anrede
Weder in Polen noch in Litauen werden die LehrerInnen im Unterricht mit ihrem Namen angesprochen sondern mit ihrem „Rollentitel“. Die Schüler werden soweit ich dies beobachten konnte mit ihrem Vornamen angesprochen.
- Stundenbeginn
In jedem Raum befindet sich ein Kreuz u. in der Regel darunter das Polnische Nationalwappen. Zu diesem gewandt wird immer in der ersten und in der letzten Stunde ein lautes Gebet gesprochen. Ebenso stehen die Schüler in der Regel am Anfang jeder Stunde auf und der/die LehrerIn gibt die Erlaubnis zum Setzen. Dies führt zu einer Sammlung der Schüler auf die Stunde sie sind nicht mit ihren Nachbarn oder persönlichen Materialien beschäftigt. Es hat auf mich eher einen positiven Eindruck für den Unterrichtsablauf gemacht.
- Noten
Die Notenskala reicht von
1 als schlechteste Note
bis 6 für die beste Leistung.
- Stundenablauf
Nach der oben geschilderten Anfangssituation mit Begrüßung:
Oft haben die Schüler Hausaufgaben auf, die am Anfang einer Stunde verglichen werden, die LehrerInnen kontrollieren allerdings nicht, ob alle Schüler die Hausaufgaben bearbeitet haben. (Die meisten Schüler schienen die Hausaufgaben bearbeitet zu haben.) Einige LehrerInnen haben zur Vergabe von mündlichen Noten spezielle Möglichkeiten entwickelt, indem sich Schüler am Anfang freiwillig für ein ausführliche Abfrage melden können. Die Schüler, die ich erlebt habe, wurden dabei viel gelobt und erhielten ziemlich gute Noten auch wenn sie mir persönlich etwas unterschiedlich gut erschienen (Note 5) die in einer Klasse in das persönliche Unterrichtsheft des Schülers von der Lehrerin notiert wurde.
Danach kamen die LehrerInnen unterschiedlich rasch dazu das Thema der Stunde zu nennen und oft auch anzuschreiben.
Die Tafel wurde unterschiedlich stark genutzt. Die SprachlehrerInnen nutzen diese meistens um einige neue Vokabeln, eine L nutzte dies auch um eine Aufgabe zu skizzieren und die Biologielehrerin um verschiedene Skizzen der diskutierten Phänomene zu verdeutlichen.
Unterrichtsgliederung in der Hauptphase: In den meisten Sprachunterrichtsstunden folgte immer im raschen Wechsel kurze Phasen : Texte von Schülern vorlesen lassen, Vokabeln klären (wobei es hier unterschiedlich war, ob die Fremdsprache oder Polnisch genutzt wurde), Gespräche vom Kassettenrecorder hören, Kurze Aufgaben allein oder mit Partnern bearbeiten, Ergebnisse vorgleichen bzw. vorstellen.
Im Gegensatz dazu fand im Biologie ein von der Lehrerin mit Erläuterungen dominiertes Lehrerin-SchülerInnen-Gespräch statt, wobei sie zwischendurch immer wieder zentrale Begriffe oder einen Satz notieren ließ/diktierte.
Am Ende fast jeder Stunde erhielten die Schüler eine schriftliche Hausaufgabe
- Besonders aktivierend-kreative Unterrichtsaktivitäten
In zwei Unterrichten habe ich besonders aktivierende, die Kreativität der SchülerInnen herausfordernde Methoden gesehen:
Szenische Darstellung:
Eine Lehrerin ließ die Schüler in einer Stunde einen Dialog aus ihrem Unterrichtsbuch, der vorher in der Stunde besprochen und gehört wurde, in wenigen Minuten auswendig lernen, dann durften sich die Schüler melden, welche Rolle sie spielen wollten und dann kamen die drei Schauspieler ohne Zögern nach vorne, „die Stimme“ blieb am Platz und legten mit ihrem kurzen Stück los. Die Schauspieler und das Publikum zeigte viel Spaß bei den Aufführungen. Wurde der Text vergessen, gab ein anderer Schauspieler kurz eine Hilfestellung. Die Schauspieler gestalten ihre Rollen durch Mimik und Gestik aus. Es war verblüffend zu sehen wie unterschiedlich die zwei aufeinander folgenden Aufführung mit verschiedenen Schauspielern zum gleichen „Stück“ waren.
Die Lehrerin setzt in dieser Klasse diese Methode regelmäßig ein.
Werbetexter-Wettbewerb:
In andere Lehrerin gab eine Stunde zu gesunder und ungesunder Ernährung. Zum Abschluss gab sie den Schülern kurz Zeit Werbeslogans für Fast-/Junk-Food zu schreiben. Die Schüler setzten sich sofort in Zweier- und einer Vierer-Gruppe zusammen und entwarfen Ideen. Alle waren eifrig dabei und lachten häufig. Danach wurden die Slogans vorgestellt: die Schüler hatten entweder mit Worten gespielt, gereimt oder sie sangen sogar einen Refrain! Allerdings wurden nur wenige Ideen fixiert, die Entscheidung für den besten Slogan viel von einem Schüler.
(Die Lehrerin erwähnte allerdings auch, dass diese Klasse eine extrem sprachbegabte, aktive, offene Gruppe sei.)
Allgemeine Anmerkung zur Aktivierung im Sprachunterricht:
In den andere Sprachunterrichten ist mir aufgefallen, dass die Lehrerinnen oft auch die Schüler persönliches zum Thema erzählen ließen oder einen eigenen Dialog schreiben ließen, in den die Schüler dann auch ihre persönlichen Vorlieben einbauten.
- Allgemeines zum Schülerverhalten in verschiedenen Unterrichtsphasen:
Alle Schüler hatten immer rasch zum Unterrichtsbeginn ihr Unterrichtsnotizbuch, ihr Unterrichtsbuch und ihre Federtasche auf dem Tisch.
Wenn die Lehrerin etwas an die Tafel schreibt oder sie etwas kurz diktiert, schreiben die Schüler i.d.R. sofort ruhig ab bzw. mit.
Sie setzten sich fast immer alle sofort an die Aufgabenbearbeitung. Jeder Schüler musste in der nachfolgenden Ergebnisvergleichsphase damit rechnen, seine Ausarbeitungen vorzustellen und konnte nicht wissen was und wie viel er vorstellen sollte.
Es kommt extrem selten vor dass die Schüler sich melden. In der Regel nimmt der Lehrer/die Lehrerin die Schüler dran durch aufrufen oder die Schüler reden einfach drauflos auch mehrere gleichzeitig und parallel und manchmal kam es auch vor, dass die Lehrerin auch noch in den Beitrag eines Schülers redet. Die LehrerInnen hätten gerne mehr „Meldedisziplin“ in ihrem Unterricht.
Die Schüler beziehen sich soweit von mir beobachtet nie auf Beiträge der Mitschüler und werden von der Lehrerin auch nicht dazu aufgefordert.
- Gastfreundschaft
Viele Begebenheiten zeigten mir eine große Offenheit von vielen Seiten für Gäste, wie meine litauischen Kolleginnen und mich. Fünf besondere Beispiele:
Als erstes im Lehrerzimmer
Am ersten Morgen hatten wir drei Gäste im Hotel gefrühstückt und gingen dann zur Schule, direkt ins Lehrerzimmer. Dort bekamen wir sofort von der Deutschlehrerin, die wir gleich hospitieren sollten mindestens vier Mal obwohl wir immer wieder ablehnten mit der Begründung, dass wir gerade erst gefrühstückt hätten Getränke angeboten. Sie sagte dann schließlich, dass es ihr unangenehm wäre, wenn sie trinken würde und wir nicht.
Als zweites bei der Schwester Oberin:
Auf unserem Rundgang durch die Schule führten uns drei Schüler mit Begeisterung durch die Schule. Sie schienen viel Spaß dabei zu haben und waren bereit uns jeden Raum, den wir uns gewünscht hätten, zu zeigen oder Schlüssel zu holen, damit sich Türen für uns öffneten. Auf diesem Rundgang gingen wir, da ich ihr noch nicht vorgestellt worden war. Die Schwester Oberin kam obwohl sie gerade mit den schriftlichen Abiturarbeiten beschäftigt war freundlich auf mich zu und war begeistert, dass ich französisch mit ihr sprechen konnte. Sie wollte uns sofort auf ein Getränk zum Gespräch einladen. Ich lehnte dankend ab, da wir noch Hospitationen vor uns hatten und zudem ein fester Gesprächstermin am darauf folgenden Tag mit ihr in unserem Programm stand. Diese Argumente musste ich mehrmals vorbringen, bevor sie uns gehen ließ.
Als drittes unsere Stadtführung:
Der Geschichtslehrer der Schule hatte sich freiwillig bei den Projektlehrerin gemeldet und sich bereit erklärt uns durch Rzeszow zu führen. Maria war an ihrem Geburtstag (!) als Dolmetscherin mitgekommen. Sie sagte uns nach ca. 30 Minuten, dass wir etwas schneller gehen sollten, da der Lehrer zu Hause erwartet wurde, da seine Frau mit ihrem nur wenige Wochen alten Baby schon auf ihn warten würde. Doch der Mann erzählte und zeigte uns noch ganz viele Gebäude und Plätze, so dass die Führung noch weitere 1,5 Stunden dauerte!
Als viertes - Marias Familie:
Als wir uns an unserem letzten Abend nachmittags gegen den Konzertbesuch auf Lancut entschieden, muss Maria ihre Mutter informiert haben. Wir fuhren dann zu ihr nach Hause und saßen kurze Zeit später an einem reich gedeckten Tisch zum Abendbrot, wo es hinterher noch für jeden Eis und ein großes Stück Torte gab. Marias Mutter war sehr interessiert an uns Gästen und spielte uns auf ihrem Flügel schöne, klassische Lieder vor und sang zum Teil dazu. (Sie hatte einstmals Musikerin werden wollen, hatte sich dann aber doch anders entschieden.) Als Marias Vater später kam, setzte er sich zu uns und hört ruhig zu.
Als fünftes Hotel- und Taxi-Hilfe
Wie einfach ist doch alles, wenn ich schon am Bahnsteig von einer polnischen Lehrerin (Gosia) abgeholt werde und dann gar nichts mehr organisieren muss. Das war sehr bequem, da die Rezeptionistin anscheinend nur Polnisch sprach. Auch am letzten Abend ging, diese Mal Agnieszka, mit uns zur Anforderung der Rechnung was einige Probleme bereitete mit uns zur Rezeption und blieb lange, bis alles geklärt war. Sie fragte mindestens zehn Mal nach, ob meine litauischen Kollegen nicht doch morgens früh mit ihr zum Bahnhof fahren wollten oder ob sie auch wirklich ohne sie zurechtkommen würden, da sie leider arbeiten müsse.
Es gibt noch viel mehr Details, die ich wahrgenommen habe, aber diese können gar nicht alle in einen Bericht und zum Teil wahrscheinlich noch nicht einmal in Worte gefasst werden.
Mein herzlicher Dank gilt an die vielen Menschen, die diese Reise unterstützt und ermöglicht haben. Vielen Dank allen polnischen Lehrerinnen und Lehrern und den Familienangehörigen. Vielen Dank an die Lehrerinnen, die sich dazu bereit erklärt haben, uns hospitieren zu lassen, an die Schüler, die uns geführt haben, an die Lehrerinnen, die mich unterrichten ließen.
Ein ganz besonderer Dank geht an die drei polnischen Projekt-Lehrerinnen, die alles für uns organisiert haben und sich auch um eine schöne Gestaltung des Rahmenprogramms rund um die Schule gekümmert haben, so dass wir nicht nur die Schule sondern auch etwas von der Stadt und der Umgebung kennen gelernt haben. Nicht nur jeden Vormittag, sondern auch jeden Abend haben sie mit uns verbracht und soweit dies möglich und notwendig war als Taxi in Rzeszow fungiert.
Eine gelungene Reise, die meinen Erfahrungsschatz in kurzer Zeit bereichert hat.
Sabine Ott
