Self Evaluation For European Schools (SEFES)

Diary

Hamburg

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3.1. Feedback
3.2. Peer Evaluation
3.3. Diary 3.3.1. Hamburg a) Teachers' Diary
b) Weblog Angelika
c) Weblog Sabine
d) Weblog Werner
3.3.2. Kaunas
3.3.3. Reykjavik
3.3.4. Rzeszow
3.4. Photo Evaluation
3.5. Diverse


2.2.2004 | 15:38

Germany 

Unterrichtssequenz

Das Semester endet und damit auch das Thema, in dessen Rahmen die reflektierte Unterrichtssequenz stattfand.

Aus der Distanz heraus betrachtet ziehe ich den Schluss, dass ich die Schüler fachlich stärker auf einen solchen Praktikumstag vorbereiten muss, wenn sie danach die Informationen des Tages selbst ihren Mitschülern vorstellen sollen. Kann diese Vorbereitung nicht stattfinden, so sollte im Anschluss eine stärkere Anleitung zur Auswertung des Labortages gewählt werden – oder zumindest die Zeit und die Ansprüche an die Arbeit in den Gruppen nicht zu hoch angesetzt werden.

Für mich ist dieses Tagebuch hilfreich, da einige Erkenntnisse, die ich nach dem Labortag für meinen Unterricht gesammelt hatte, mir dadurch viel präsenter sind. Beim wiederholten Lesen meiner Texte fielen mir einige Dinge auf, die ich schon kurz nach dem Labortag wieder vergessen hatte, aber im Unterricht beachten wollte. Ich achte jetzt in anderen Kursen tatsächlich auf bestimmte Fachinhalte und –begriffe mehr.


Ich hoffe, dass diejenigen von euch, die meine Sprache verstehen, auch einige interessante Aspekte finden. Nun bin ich gespannt, wo wir Überschneidungen in unseren Unterrichtsreflexionen finden werden.

Sabine


19.1.2004 | 15:37

Germany 

In der Nachbereitung im Unterricht

Welche Auswirkungen – fachlich oder persönlich – hat der Praktikumstag für den Schulunterricht?
In welcher Art und in welchem Umfang berichten die Schüler ihren Mitschülern von ihrer Arbeit?
Wie gut informiert fühlen sich die durch Mitschüler informierten Schüler? & Wie stark haben die Schüler und wie stark habe ich das Gefühl weitere Informationen oder Übungen geben zu müssen?


Am Donnerstag habe ich in der ersten Bio-Stunde nach der Exkursion die Schüler um ihrer Rückmeldung zum Praktikum gebeten.
Es haben ca. die Hälfte der Schüler eine Rückmeldung gegeben – im Gespräch mit dem gesamten Kurs. Ich habe mich hingesetzt und ihnen ruhig zugehört. Manchmal habe ich kurze Anmerkungen oder Rückfragen an Schüler aus der Parallelgruppe gestellt zu dem jeweiligen Punkt.

Es fiel auf, dass die Schüler überwiegend negative Anmerkungen machten:
Sie verstanden nicht was sie taten, sie fanden, dass die theoretischen Informationen nicht gut aufbereitet waren, zum Teil auch zu wenig erklärt wurde, was welcher Arbeitsschritt zu bedeuten hatte (die galt nur für das PCR-Praktikum) und waren enttäuscht, da sie sich unter dem „gentechnischen Arbeiten“ und der Auswertung etwas spannenderes vorgestellt hatten. Die Auswertung der Arbeitsschritte schien kein Schüler verstanden zu haben. Einige Schüler meinten, dass die Inhalte („hier“) im Unterricht viel besser zu verstehen sein.
Ihre Motivation war dadurch während des Praktikums immer weiter abgefallen. Da die Arbeitsschritte immer sehr ähnlich – aus Sicht der Schüler- waren, schlugen sie ein kürzeres Praktikum vor.
Eine Schülerin empfand auch das Script als zu kurz und hätte sich ausführlicheres Informationsmaterial gewünscht. Sie sagte, dass sie an ihrer früheren Schule mal ein viel spannenderes Praktikum mit umfassenderen Materialien mitgemacht hätte.
Gut fanden Schüler, dass jeder seinen eigenen Versuch durchführen konnte, d.h. genügend Material vorhanden war und praktisch gearbeitet wurde.

Ich hatte den Eindruck, dass die Schüler – zumindest unterbewusst – erfahren konnten, wie stark wir auf sie persönlich und von ihrer Lernsituation und – fähigkeit auf sie eingehen und Inhalte stark für sie aufbereiten, damit sie sich mit ihnen auseinandersetzen und sie verstehen können.
Zum anderen war ich erschüttert wie recht die Praktikumsleiterin gehabt hatte, die meinte, dass die Schüler über weite Stecken gar nicht mehr wussten was sie taten.


Ein Schüler fragte dann irgendwann, wie ich es denn gefunden hätte.
Ich habe ihnen gesagt, dass ich es besonders positiv fand, dass sie sich gegenseitig so viel gefragt und geholfen haben statt die Leiterin oder mich zu fragen. Zudem empfände ich es immer als sehr gute Möglichkeit sie alle praktische Erfahrungen machen zu lassen.
Ich habe ihnen auch gesagt, dass Laborarbeit nicht spannender ist und man sich wirklich für die Sache interessieren muss.
Zum anderen habe ich deutlich gemacht, dass ich mich sehr über Kommentare wie „Die anderen Schüler haben es gut, bei denen fällt der Fachtag aus!“ geärgert habe und ich dann schon den Eindruck hätte, dass sie einfach nur Unterricht vermeiden wollen, so dass meine Bereitschaft, Sonderaktionen zu organisieren und durchzuführen stark sinkt.
Zudem empfand ich den Abschluss als sehr unhöflich, da ich –auch wenn wir die Zeit überzogen haben und auch sie, die Schüler gearbeitet haben – denke, dass jeder, d.h. die Gruppe sich bei der Leiterin für die Vorbereitung und Durchführung bedanken sollte.

Ich habe Ihnen gesagt, dass ich vielleicht wieder mit einem anderen Kurs einen solchen
Gentechnik-Fachtag machen würde, um sie mit dem praktischen Arbeiten in der Gentechnik vertraut zu machen, dann allerdings einen intensivere, fachlich-inhaltliche Vorbereitung durchführen würde und sie auch auf die Routinearbeiten hinweisen würde.


Nach dieser Rückmeldung erhielten die Schüler den Auftrag, sich 25 min mit ihren Mitschülern in Bezug auf Leitfragen so vorzubereiten, dass sie danach in Kleingruppen ihren Mitschülern die Inhalte vorstellen sollten.
Vielen Schülern viel es extrem schwer sich an die Arbeit zu machen und sie hatten auch das Gefühl gar keine der Leitfragen beantworten zu können, was mich entsetzte. Ich habe sie dann auf ihr Material und ihre Mitschüler verwiesen. Danach habe ich immer verschiedenen Schülern, die fragten, Anstöße gegeben.
Nach den 25 min habe ich einfach abgebrochen auch wenn noch nicht alle fertig waren und habe die erste Fraktion präsentieren lassen. Es gab drei Gruppen. Die meisten Schüler waren recht aktiv und die Mitschüler stellten Nachfragen.

Heute, am Montag, wurde diese Aktion fortgesetzt. Die Schüler sollten sich selbständig wieder in die Gruppen setzen, einen Abschluss für die PCR-Präsentation finden und 20min für die FP-Präsentation nutzen. Es lief sehr schleppend an. Nur in einer Gruppen funktionierte dieses System gut, obwohl sie fast in zwei Hälften (2+3S) zerfiel.
Die Gruppen waren mit 5 Schülern eher zu groß, einzeln Schüler ziehen sich zu leicht raus oder halten sich zurück.
Zwei Gruppen unterhielten sich in weiten Teilen eher über anderen Themen – entweder privat oder über die anderen Tests, die anstanden – statt inhaltlich zu lernen.

Nach der Zeit habe ich die Präsentation abgebrochen bzw. für beendet erklärt und habe dann selbst ca. 25 min präsentiert und die wichtigsten Fakten der beiden Praktika zusammengefasst und die Fachbegriffe, Abläufe sowie Auswertungen mit Hilfe der Tafel und einer fertigen Animation über den Beamer gezeigt und dabei fast immer auf ihre Informationsblätter, auf denen sie die meisten dieser Fachbegriffe und Infos auch finden, verwiesen.
Die Schüler standen fast alle schnell auf als es klingelte nur eine Schülerin, die in der aktiven Gruppe gewesen war, kam noch zu mir und stellte eine Nachfrage.

Nun bin ich gespannt wie morgen der Test läuft. Ich bin nicht damit zufrieden, dass ich nicht vor dem Test noch eine Auswertung ihrer eigenen Gel-Elektrophorese-Platten machen konnte. Zudem müssen mein Kollege und ich morgen schon wieder improvisieren, da wir einige Schüler noch einen Test nachschreiben lassen, so dass wir einen Kombiunterricht nach dem ersten Test machen werden.

Sabine


14.1.2004 | 15:37

Germany 

Ein Tag nach dem Praktikum

Was wollte ich beobachten:
AM Praktikumstag:
Welche fachlichen Schwierigkeiten haben die Schüler? (Wie kann ich beim nächsten Mal meine Vorbereitung auf dieses Praktikum fachlich-inhaltlich optimieren?)

Hier habe ich mir tatsächlich einige Notizen gemacht, die ich in meinem zukünftigen Unterricht berücksichtigen möchte:
- Das Thema Säure, Basen, Puffer in Bezug auf Enzyme muss klar herausgearbeitet werden. (auch wenn wir es meistens aufgegriffen haben)
- Die Schüler sollten in einem Schulversuch in der Biologie ein eigenes Protokoll ihrer tatsächlich durchgeführten Arbeitsschritte schreiben und die realen Zeiten dazu notieren.
- Exemplarisch sollte ich auch fachliche Details lernen lassen, damit die Schüler auch Beispiel und nicht nur allgemeine Prinzipien kennen – auch wenn dies für mich immer noch das vorrangige Ziel bleibt. (EcoR1 Basenabfolge der Schnittstelle)

Welche Aktivitäten bzw. Verhaltensweisen zeigen die Schüler, die im Schulunterricht nicht zu beobachten sind – positiv & negativ (, d.h. was bringt ein stark praxisbezogener Unterricht)?

Positiv:
Arbeitsatmosphäre & Schüler als Helfer
Die Schüler sind wesentlich ruhiger und konzentrierter, auch über längere Zeiträume, als im Schulunterricht. Sie fragen und helfen sich fast immer gegenseitig und greifen sehr selten auf die unbekannte Dozentin und mich zurück.
(Die Schüler lassen sich fotografieren, d.h. sie bleiben i.d.R. in ihre Arbeit vertieft.)
- Hierbei ist es jetzt für mich schwierig, welche Faktoren zu diesen Effekten führen: die Ausnahmesituation, die Forderung, dass jeder mit dem Material arbeiten kann und soll)

Problematisch:
Unterrichtsgesprächsbeteiligung - Fachwissen
Die Schüler sind extrem gehemmt sich an einem Unterrichtsgespräch zu beteiligen. Einiges könnten oder sollten sie inhaltlich wissen.
- Ich frage mich, inwiefern ich die Schüler ausreichend im Unterricht fordere. - Wissen Sie es nicht oder trauen sie sich in dieser Umgebung nicht, Fehler zu machen?

Positiv:
Kommunikation mit Mitschülern
Es arbeiten Schüler verschiedener Kurse zusammen
[und lernen so gegenseitig Stärken und Schwächen (fachlich- in Theorie und Praxis sowie persönlich) kennen.]
- Ich würde gerne häufiger die Möglichkeit nutzen, das Schüler verschiedener Kurs sich gegenseitig Informationen vorstellen, um vor einem „echten“ Publikum aufzutreten, aber der Organisationsaufwand und der zeitliche Rahmen für die verbindlichen Unterrichtsinhalte lassen mich davor zurückschrecken.-

Problematisch:
Umgang eines Schülers mit Materialien
Ein Schüler, der immer extrem unruhig ist, nutzt Wasserhähne und Spritzen für Aktionen, die unerwünscht sind: mit der Spritze – aus Versehen – durch den Raum spritzen und die Wasserhähne öffnen- ohne das Wasser benötigt wurde und Abfall landete im Becken neben ihm (was er nach Aufforderung durch mich sofort zurückholte).
- Ich frage mich immer, welche Konsequenz tatsächlich zu einer dauerhaften Verhaltensänderung führen würde.-


Weitere Aspekte

Bewertung (von praktischer Arbeit):
Ich hatte den Schülern auch angekündigt, dass ich mir Notizen zu ihrer Mitarbeit machen würde, die – wie in allen anderen Stunden auch – in ihre laufenden Kursarbeitsnote eingehen. Ich frage mich nun allerdings was ich notieren soll, da die Schüler alle mitgearbeitet haben, im Unterrichtsgespräch, auch bei Fragen, die sie beantworten können müssten, meist nichts gesagt haben und ich mir keinen Plan gemacht habe, wer welche Fehler durch Unaufmerksamkeit beim Arbeiten gemacht hat.
Ich merke, dass ich hier die Kriterien für die Bewertung von praktischen Arbeitsphasen stärker klären sollte. Dabei muss ich aber unbedingt darauf achten, dass ich mir aber nicht zu viel vornehme. Ich glaube, dass es schwierig ist, einfache Kriterien zu finden.

Zeit / Bedeutung von Schule für Schüler
Ein Punkt, der mir zu wohl mit am meisten zu schaffen macht, ist die Haltung von Schülern zum lernen von Theorie/ Hintergründen und ihr Verhältnis zum Unterricht.
Ein Schüler (M) fiel gleich dadurch auf, dass er genervt/ablehnend reagierte als ich der GiV –Gruppe sagte, dass im Wechsel Praxis und die dazu entsprechende Theorie vermittelt würde.
- Die Kursleiterin sagte, sie würde auch mehr waches Intresse von LK-Schülern erwarten, da dies schließlich auch ihr fachlicher Schwerpunkt sei.-
Dazu kam, das M dann schon nach einer knappen Stunden deutlich hörbar mehrmals eine Pause forderte. Dieser Schüler fiel häufiger auf, war aber auch später wieder aktiv bei der Arbeit.

Als sich abzeichnete, dass wir überziehen würde, waren die Schüler extrem genervt. Ich weiß nicht mehr, ob es nach der Mittagspause schon anfing – was aber sein kann. Die eine Schülerin hätte einen Arzttermin – damit kann ich umgehen, aber die anderen fielen in den Chor ein, sie hätten noch Termine und wollten nicht überziehen und einfach um 15.00 (angekündigtes Ende) gehen.
Ich habe mich dieses Mal entschlossen, den Schülern deutlich zu zeigen, dass ich von ihrer Haltung genervt bin und sie überhaupt nicht gut heiße. Für mich zeigt es, dass das inhaltliche Interesse deutlich im Hintergrund (wenn überhaupt vorhanden) steht, da erst mit den Elektrophoresegelen eine Auswertung ihrer Arbeit möglich sein würde.
Es wirkt auf mich immer so, dass sie ihre Zeit im Unterricht – auch in solche einem besonderen Unterricht wie dem Praktikum – einfach nur absitzen und möglichst bald dort herauskommen wollen. Von einer eigenen, inhaltlichen Motivation spüre ich wenig bis nichts - was mich frustriert. Warum soll ich immer nur diejenige sein, der man das Interesse an den Inhalten anmerkt ohne ein Abfall an Motivation, welcher in mir ist, da ich es natürlich als meine Aufgabe ansehen, Schülern zu eine positiven, interessierten Verhältnis am Fach zu ermöglichen – und es auch zu erreichen!

Höflichkeit und Dank –
Respekt gegenüber denjenigen, die das Lernen gestalten und viel vorbereiten

Ich fand es peinlich, wie viele Schüler am Ende des Tages, als wir bereits ca. 30 min überzogen hatten und die Leiterin keine klare Auswertungsphasenstruktur vorgab, einfach aus dem Raum gingen – während wir vorne bei den Gelen standen. Einige blieben am Ende des Raumes angezogen mit Jacken und Taschen bepackt stehen und warteten nur auf die Entlassung. Ich habe sie dann entlassen, da ich auch von Frau Berling keine Informationen für den Abschluss bekam.
Die letzten Schüler tröpfelten dann auch raus. Wir haben uns nicht als Gruppe von Frau Berling verabschiedet und bedankt. Ich habe keinen der Schüler etwas persönlich zu ihr sagen hören.

Mich nervt dieses Anspruchsdenken ohne Dank. Ich frage mich, ob ich mich eigentlich bei den Schüler bedanke, wenn sie gearbeitet haben. Ich denke natürlich, dass sie es auch irgendwo kennenlernen müssen und es vielleicht besser verstehen können, wenn ich (und anderen) es ihnen mehr vorleben würden. Aber ich möchte eigentlich nicht immer nur an meiner Haltung kritisieren, obwohl es eben doch die einzige ist, die ich ganz sicher verändern/ beeinflussen kann.

Ich frage mich immer wieder, was ich von Schülern verlangen, fordern kann und sollte – damit es ihnen, mir und ihren Mitmenschen gut geht.

Sabine


12.1.2004 | 15:36

Germany 

Beginn des Tagebuchs

Einstimmung:
Eigentlich liegt der Beginn der Idee für diesen Praxistag schon lange zurück. Die Anregung kam von meinem parallel arbeitenden Kollegen, der mit anderen Kursen schon solche Praxistage – allerdings zu etwas anderen Themen – in das Naturwissenschaftliche Zentrum nach Mümmelmannsberg (im Westen von Hamburg) gemacht hatte.

Mein Kollege hat sich um einen Termin für unseren zwei LK’s gekümmert. Da wir zu viele Schüler für die Geräteausstattung haben, werden zwei verschiedene Veranstaltungen mit unterschiedlichen Inhalten parallel stattfinden. Da beide Themenbereich für das Zentralabitur wichtig sind, geht aus jedem Kurs eine Hälfte der Schüler in das Praktikum (GiV) und die anderen in das Praktikum (PCR).
Der Termin steht schon lange fest, aber die Zeit zur inhaltlichen Vorbereitung lief uns trotzdem davon. Die Schüler waren vor den Weihnachtsferien informiert worden, dass ein solcher Tag im Januar stattfinden würde, aber genaures wussten sie noch nicht.

In der letzten Woche begann es dann.
Mein Kollege und ich hatten uns vorher abgesprochen und ich hatte ein Informationsblatt für die Schüler entworfen, welches ich am Montag, den 5.1.04 ausgeteilt und vorlesen lassen habe.

Nun bin ich gespannt, ob die Schüler meine Bitte um die Einhaltung bestimmter Regeln beachten.
Spannend war es schon, dass die Schüler tatsächlich die Kosten von 5,-€ „widerstandslos“ zahlten (ich hatte auf dem Blatt geschrieben, dass die realen Kosten deutlich höher liegen).
Es kam auch kein Einspruch in Bezug auf die Zeit – obwohl die Schüler sonst um 12:55 Schluss haben, und der Tag bis 15:00 Uhr geht. Jetzt bin ich gespannt, wie sie sich morgen verhalten werden.

Zudem habe ich mich gefreut, dass die eigenständige Zuordnung zu den zwei Arbeitsgruppen so problemlos funktionierte – alle Schüler wären bereit gewesen in beiden Bereichen zu arbeiten – allerdings wissen sie auch nicht, was sie genau erwartet. Es haben sich einige Schüler bewusst für das Praktikum entschieden, welches inhaltlich als eher schwerer beschrieben wurde, aber dafür erst als zweites präsentiert werden soll.
Hier komme ich zu einer Besonderheit, die ich mir überlegt hatte: Damit möglichst alle Schüler sich noch einmal im Anschluss an das Praktikum klar machen, was sie warum getan haben, sollen sie dies ihren Mitschülern vorstellen. Damit sie aber nicht zu viel Scheu haben, sollen immer zwei Schüler aus GiV und zwei Schüler aus PCR zusammensitzen am Donnerstag und sich ihre Arbeit gegenseitig vorstellen. Die Schüler wissen, dass sie nach diesem Tag als Experten für ihr Praktikum gelten und sie ihre Informationen am Donnerstag und Montag überprüfen können und in Kleingruppen präsentieren sollen.

Gut fand ich, dass Schüler mehrmals (5.1. und heute, 12.1.) nachfragten, was sie an Materialien mitbringen sollten (außer Stiften und Verpflegung nichts!). Es zeigt mir, dass sie diesen Tag nicht als reine Spaß- und Unterhaltungsveranstaltung ansehen und als einen praxisbezogenen Teil des Unterrichts erkennen.

Schwierig war es allerdings die Schüler auf die Praktikumsinhalte vorzubereiten. Die grundlegenden inhaltlichen Voraussetzungen wurden zwar relativ ausführlich – zum Teil schon früh im Laufe des Semesters – erarbeitet, aber zu einigen Techniken konnte ich heute nur noch eine Vortragsstunde mit Animationen über den Beamer (Unterrichts-CD-ROM zur Gentechnik) machen. Ich habe den Eindruck, viele Fachbegriffe, die morgen evtl. Genutzt werden könnten, kennen die Schüler nicht. Ich kann nicht abschätzen, wie gut die Schüler den Inhalten morgen folgen können – und ob z.T. grundlegende Fachbegriffe fehlen.
- Jetzt erst fällt mir ein, dass ich mir das Script zu den Veranstaltungen, welches die Schüler auch bekommen werden – mir vorher hätte evtl. zuschicken lassen können. Ich denke, das ist ein Gedanke, den ich mir auf jeden Fall für die nächste „Außerschulische Veranstaltung“ merken sollte.

Für mich ist es sehr wichtig zu beobachten:
AM Praktikumstag:
Welche fachlichen Schwierigkeiten haben die Schüler? (Wie kann ich beim nächsten Mal meine Vorbereitung auf dieses Praktikum fachlich-inhaltlich optimieren?)
Welche Aktivitäten bzw. Verhaltensweisen zeigen die Schüler, die im Schulunterricht nicht zu beobachten sind – positiv & negativ (, d.h. was bringt ein stark praxisbezogener Unterricht)?

In der Nachbereitung im Unterricht:
Welche Auswirkungen – fachlich oder persönlich – hat der Praktikumstag für den Schulunterricht?
In welcher Art und in welchem Umfang berichten die Schüler ihren Mitschülern von ihrer Arbeit?
Wie gut informiert fühlen sich die durch Mitschüler informierten Schüler? & Wie stark haben die Schüler und wie stark habe ich das Gefühl weitere Informationen oder Übungen geben zu müssen?

Sabine